Massive Optik für Küchenplatten
Ob Mode oder nicht – rundum begehbare Kochinseln fehlen in keiner Küchenausstellung. Für die massive Erscheinung sorgen Verblendungen. Das spart Material und Gewicht beim Versetzen. Das Herstellen der 45-Grad-Kanten hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Verfahren variieren je nach dem Korngefüge der Rohplatte, gearbeitet wird mit der polierten oder der gesägten Seite nach oben. Erkannt haben den Wachstumsmarkt Blockoptik aber auch Werkzeughersteller; sie bieten Spezialkleber und Montagevorrichtungen für eine möglichst unsichtbare Klebefuge.
V-Groove
Ein Pionier bei Gehrungsschnitten ist Löffler. Auf der Stone+tec zeigte Dieter Löffler drei Verfahren. Das sogenannten V-Grooving mit dem Ringfräser wird für Engineered Stone eingesetzt. Bei der zweiten Methode sind die Werkstücke aus Engineered Stone und Naturstein mit einer Brückensäge vorgeschnitten. Die Gehrung wird auf die mit der polierten Seite nach oben liegenden Stücke mit einer Sondermaschine mit Schleifteller aufgebracht. Diese Methode ist bei grobkörnigen Materialien besonders kantenschonend; die Genauigkeit bewegt sich bei 1/10 Millimeter. Beim dritten Verfahren wird die Gehrung auf der Brückensäge geschnitten. Zu Fehlern kommt es allerdings bei Stärkentoleranzen der Rohplatte und bei abgenutzten Werktisch-Auflagen, gibt Löffler zu Bedenken.
Eigene Wege mit dem Falz
Nicht alle Hersteller setzen auf Gehrungen als Verbindungsstelle von Platte und Blenden. Die von Goldschmidt vertriebenen Kantenautomaten LCV, LCR und LTT von Marmomeccanica bieten einen Zusatzsupport für Ausklinkungen. Zuerst wird an der Blende ein Falz ausgeschnitten. Nach der Verklebung wird die Fase nachträglich auf der Kantenmaschine überarbeitet. Das verhindert Ausplatzer der empfindlichen Kanten und die Blenden lassen sich beim Verkleben besser fixieren als 45-Grad-Schnitte, erklärt Frau Petereit-Goldschmidt.
Wasserstrahl
Eine wachsende Zahl Verarbeiter schneidet Gehrungen mittlerweile mit dem Wasserstrahl, erklärt Sven Wappler von Weiss Steintechnik. Die Möglichkeit zum Gehrungsschnitt auf einer fünfachsigen Wasserstrahlanlage sei fast bei jedem Kauf das entscheidende Kriterium; beinahe alle Anwender dieser Maschinen verarbeiten für Blockoptik nur noch zwei Zentimeter starke Platten, wodurch die Lagerhaltung spürbar einfacher werde.
Einfacher Montieren
Viele Anwender interessieren sich für einfache Montagemethoden, erklärt Franziska Petri. König hat dazu eine Montagehilfe entwickelt.
Vor dem Kleben wird die Blende eingerichtet, Spezialkleber aufgetragen und dann alles hochgeklappt. Durch den regelbaren Anpressdruck wird die Fuge blasenfrei vom Kleber ausgefüllt. Der Vorteil besteht in der Zeitersparnis, da das Vorbereiten und Verkleben durchschnittlich 30 Minuten dauert und von einem einzelnen Mitarbeiter durchgeführt werden kann.
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