Stone-tec 2009 in Nürnberg, Internationale Fachmesse für Naturstein
Der Stonereport veröffentlicht monatlich 
      Informationen und News für Produzenten und Verarbeiter von Naturstein, Granit, Marmor, Sandstein, Schiefer sowie den Natursteinhandel weltweit sowie die Märkte in Europa. Herausgeber sind die NürnbergMesse mit der internationalen 
      Naturstein-Fachmesse Stone+tec und die Naturstein-Fachzeitschrift STEIN, dem Magazin für den Natursteinmarkt vom Callwey Verlag, München
Deutsch
English
Italiano
Español
STEIN ist die Zeitschrift für Naturstein vom Callwey Verlag. Stein zeigt, wo Naturstein zum Einsatz kommt: an der Fassade, am Boden, in Bad und Küche, für Gärten und Parks, für Skulpturen und Grabdenkmäler, in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt und berichtet über wirtschaftliche Produktions-, Verlege- und Versetztechniken bei Granit, Marmor, Quarzit, Onyx, Limestone und Sandstein, Bei Fliesen und Platten und Grabsteinen, Grabdenkmälern.
Mehr News im Archiv »
Stone+tec Nürnberg 2011
Die Vorbereitungen haben begonnen
Fußgängerzone Wien City
Bühne für das städtische Leben
In größeren Dimensionen
Massivarbeiten mit CNC-Maschinen
Messe in Vitória
Kleiner und feiner
Messen in China
Xiamen Stone Fair in Xiamen und Stonetech in Shanghai
Verbrauch von Stein steigt stetig
Naturwerksteine und Naturstein legen im Innenbereich zu
Der Roboter als Steinmetz
Praxisanwendungen zeigen großes Potential der 6-Achs-Roboter
Die Chancen sehen
Preisdruck, Marktbereinigung und Kreativität bestimmen das Handeln
Marmomacc 2009: Die Trends
Design oder nicht sein
Emotionen vermitteln
Anpacken statt jammern!

Mehr News im Archiv »

 

Gewinnung & Handel

Lädt zum Anschauen ein: die gratinierte Bearbeitung großflächig angewendet.

Lädt zum Anschauen ein: die gratinierte Bearbeitung großflächig angewendet.

Zoom Zoom

Weiche Formen bei einer wellenförmig gefrästen Oberfläche

Weiche Formen bei einer wellenförmig gefrästen Oberfläche

Zoom Zoom

27.08.2009 | Artikel weiterempfehlen »

Steine und Oberflächen

Neue Oberflächen regen zum "Begreifen" von Stein an

Stein wird nicht nur betrachtet. Er wird auch berührt. Hände gleiten über Steine, erfühlen seine Unebenheiten. Oder seine Rauheit. Oder eine perfekte Glätte. Der Tastsinn hilft dem Auge, dieses Material zu erfahren. Dieses Verhalten kann man bei Profis genauso beobachten wie bei Kunden. Der Drang danach anzufassen, was man sieht, ist bei Naturstein so ausgeprägt wie bei kaum einem anderen Material. Und es hilft, Stein zu verkaufen. Denn ein angenehmes haptisches Gefühl erzeugt Wünsche, einen sinnlichen Bezug. Das ist der große Moment für die Oberfläche. Sie ist die Kontaktstelle des Steins zu seiner Außenwelt. Um in dieser gut anzukommen wird er poliert, gebürstet, gestrahlt. Und be-hauen. Das ist aber meistens zu teuer. Neuerdings wird er auch zerspant.

Alte Bekannte

Das besagte angenehme haptische Gefühl erzeugen viele Steine, die mit der Bürste bearbeitet werden. Wie kaum ein anderes Werkzeug hat die Bürste dem Steinmetz die Möglichkeit eröffnet, seine Materialien noch mehr aufzuwerten. Das ist nun wirklich nicht neu, die Tatsache, dass diese Bearbeitung mittlerweile schon verhältnismäßig lang zu so guter Resonanz bei der Kundschaft führt, ist dennoch erwähnenswert. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Diese Art der Bearbeitung kann viele Vorteile für sich verbuchen. Zum einen ermöglicht sie eine strukturierte, aber relativ farbtreue Oberfläche von Steinen, ohne eine unter Umständen störend glänzende Politur zu erzeugen. Auf der anderen Seite inszeniert sie eine einzigartige Eigenschaft von vielen Natursteinen nahezu perfekt: die unterschiedlichen Härten einzelner Partien. Dies funktioniert beispielsweise beim Muschelkalk hervorragend, wie Sabine Nahm von der Firma Hemmstone aus Kirchheim zu berichten weiß. Kombiniert mit anderen Bearbeitungen wie Sandstrahlen oder Stocken lässt sich auf nahezu jedem Material eine beim Kunden immer noch sehr angesagte Oberfläche erzeugen.
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil dieser Bearbeitung zeigt sich erst nach einiger Zeit. Matte Stellen, Kratzer oder anderweitige Oberflächenschädigungen lassen sich relativ einfach beheben. Kein Vergleich zu dem Aufwand, mit dem eine matt geschliffene Oberfläche wieder in Schuss gebracht werden soll, beispielsweise wenn Kratzer entfernt werden müssen.
Vertreter der Natursteinbranche bemerken daher nur relativ kleine Veränderungen bei den Kundenwünschen. Georg Förstl von der Firma Alpha-Stone aus Merkendorf beobachtet, dass die Nachfrage nach gebürsteten Oberflächen zwar nach wie vor stark ist, antikisierte beziehungsweise getrommelte Platten jedoch rückläufig sind. Der Kunde wünscht klare Kanten. Und größer werdende Formate.
Ähnliche Beobachtungen macht Henry Schubert aus Ingolstadt. Die gebürsteten Oberflächen sind nach wie vor stark gefragt, aber auch die gute alte Politur erfreut sich großer Beliebtheit. Von einem Rückgang der Nachfrage nach polierten Steinen spürt die Firma Schubert nichts. Auch Mattschliffe sind gefragt wie eh und je, wobei je nach Gestein natürlich abgewägt werden muss, ob die jeweilige Oberfläche auch geeignet ist.
Klassische Oberflächenbearbeitungen sind im Grunde genommen ausreichend vorhanden. Könnte man meinen.

Feinjustierung

Der Drang danach, Neues zu entwickeln, ist ungeachtet dieser bereits bestehenden Auswahl vorhanden. Jedes Material hat seine eigenen Eigenschaften, seinen eigenen Charakter. Eine Bearbeitung, die zum Beispiel bei einem offenporigen Kalkstein zu einer sensationellen Oberfläche führt, muss dies bei einem dichten Kalkstein nicht gezwungenermaßen tun. Ganz zu schweigen von den Ergebnissen bei einer anderen Gesteinsart. Auch die Wechselwirkung mit der Steinfarbe oder Aderung des Materials hat einen großen Einfluss auf die Wirkung einer Oberfläche.
Der Geschmack zeigt laut der Beobachtung diverser Steinproduzenten und -händler momentane Tendenzen zu dekorativen, pathetischen und wulstigen Steinen. So sagen es die einen. Andere beschreiben den Trend mit dem Wunsch nach stärkeren Steinzeichnungen, lebhafteren Farben. Das wiederum führt zu eher steinsichtigeren Oberflächen. Und dazu, dass die Bärlocher Steinbruch und Steinhauerei AG aus Buchen in der Schweiz den San Bernardino Gneis gegen das Lager aufsägt. So bekommt der gleiche Stein eine ganz andere Wirkung. Diese Möglichkeit lässt der ebenfalls von Bärlocher abgebaute Rorschacher Sandstein nicht zu. Für Hans-Jakob Bärlocher ist das aber kein Nachteil. Im Gegenteil. Die realisierbaren Oberflächen reichen aus. Und dieses Material wird ja in erster Linie deshalb gekauft, weil es wegen seiner Homogenität geschätzt wird.
Auch bei der Firma Alfredo Polti SA aus dem Tessin wird mit den Oberflächen des Calancagneises experimentiert. Giovanni Polti erzählt von Versuchen, mit der Waterjet-Technologie eine für dieses Material neue Oberfläche zu zaubern. Was jedoch in diesem Fall nicht zu zufrieden stellenden Ergebnissen führte.
Die Vielfalt an Oberflächen hat auch einen ganz anderen Aspekt, der sich schnell in den Vordergrund schieben kann: den Lagerplatz. Wer wie Schubert oder Alpha-Stone von einem Material acht oder neun verschiedene Bearbeitungen ausstellt, sollte sie auch vorrätig haben. Das führt multipliziert mit den angebotenen Gesteinen und den diversen Formaten zu einer Lagergröße, die schnell an ihre Grenzen stoßen kann.

Lauerstellung …

Zu den – wenn man so sagen will – klassischen Oberflächenbearbeitungen haben sich neue Varianten gesellt. Diese Art der Natursteinbearbeitung erfreut sich in letzter Zeit eines erhöhten Interesses. Vereinzelte Messebeiträge unter anderem in Verona oder auf der BAU, die vom 12.1. bis 17.1.2008 in München stattfand, zeigten modellierte Elemente.
Diese überwiegend maschinell erzeugten Gestaltungen wecken Ideen und Wünsche. Hofft man zumindest. Denn ein überwiegender Teil der Branche steht »Gewehr bei Fuß«, wie Franz Bamberger aus Österreich es aus­drückt. Seine Firma aus Traiskirchen denkt seiner Aussage zufolge über Neues nach, entwickelt aber aktuell nichts. Wenn Wünsche geäußert werden, wird diesen aber entsprochen. Wie beispielsweise vor einigen Jahren, als ein Kunde wegen eines in Stein gefrästen Blumenmusters anfragte, dann aber wegen des Preises nicht mehr haben wollte. Obwohl er, laut Bamberger, durchaus über die finanziellen Mittel verfügte.

… oder zupacken

Im hessischen Hofheim beschäftigt sich die Firma Ströhmann Steinkult seit ungefähr fünf Jahren mit dieser Art Oberflächen. Nährboden dafür war die langjährige Erfahrung im Yachtausbau, die internationale Ausrichtung des Unternehmens und die Wünsche der Designer, Architekten und Innenarchitekten, mit denen die Firma teilweise schon sehr lange zusammenarbeitet. Vor diesem Hintergrund begannen Uwe Ströhmann und seine Mitarbeiter, Oberflächen zu entwickeln, die sich durch die Kombination der maschinellen Bearbeitung und des handwerklichen Finish auszeichnen. Inzwischen stehen fünfzehn eigene Oberflächen zur Auswahl, wovon zehn im Jahr 2008 neu hinzukamen. Davon wurden Muster verschickt. Laut Ströhmann traf das genau ins Ziel, seitdem wird ihnen die Bude eingerannt. Das Potenzial für den Naturstein und dessen Verarbeiter stuft Ströhmann als riesig ein. Völlig neue Möglichkeiten tun sich auf, und seiner Einschätzung nach steht diese Entwicklung erst an ihrem Anfang.

Mit modellierten Oberflächen lassen sich einzigartige Effekte erzielen. Faszinierende Licht- und Schattenspiele, beeindruckende Steininszenierungen, die Planer wie Kunden in ihren Bann ziehen. Stein wirkt nunmal ganz anders, wenn er massiv eingesetzt wird. Die Möglichkeiten, die die modernen Maschinen, kombiniert mit CNC-Technik, eröffnen, schaffen vielleicht wirklich eine neue Klasse von Natursteinarbeiten. Die handwerkliche Finesse muss aber sichtbar sein, ergänzt Ströhmann. So bleibt der maschinelle Beitrag nur eine Vorarbeit, der letzte Schliff erfolgt handwerklich, steinmetzmäßig. Das ist ein wichtiger Aspekt für die Kunden. Und für Uwe Ströhmann selbst, der seine Firma denn auch nicht als Fabrik verstanden haben will, sondern als Manufaktur, die mit diesen Oberflächen plastische Arbeiten anfertigt. Unikate. So macht der menschliche Faktor den Unterschied zwischen einem Frässtück und einer gut gemachten modellierten Oberfläche. Und das hat seinen Preis.

Im Grunde genommen ist es ja auch keine Oberfläche im herkömmlichen Sinn. Es ist vielmehr eine dreidimensionale Bearbeitung eines Steins, der dann eine Oberfläche bekommt. Diese Art der Bearbeitung wird aber von den Auftraggebern, Architekten und Designern gesamtheitlich als Oberfläche empfunden, so Uwe Ströhmann.


 


Zur Newsübersicht Artikel weiterempfehlen Druckansicht


NürnbergMesse »

Stone+tec 2011, Nürnberg,
22.-25. Juni 2011


STEIN Fachzeitschrift »

Zeitschrift STEIN für Naturstein, Granit, Marmor, Architekten, Steinmetzen, Bildhauer
STEIN ist die Zeitschrift für Naturstein.


Broschüre: Naturstein im Alltag

Naturstein im Alltag: ein unverzichtbarer Ratgeber für Steinmetzen, Natursteinhändler, Verleger, Architekten und ihre KundenNaturstein im Alltag – ein unverzichtbarer Ratgeber für Steinmetzen, Natursteinhändler, Verleger, Architekten und ihre Kunden.









Ein Service von Stone+tec und STEIN | Impressum | E-mail: info@stonereport.com